Magazin VISIONEN + Emotionen versus Gefühle
Das Magazin VISIONEN ist das auflagenstärkste für “Neue Wege” in Deutschland. Ich schreibe dort monatlich eine Kolumne.
In der November-Ausgabe 2010 weise ich auf den Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen hin. Und darauf, Ergänzungen zu diesem Thema auf meinem Blog zu veröffentlichen.
Hier die November-Kolumne.
Der Weisheitslehrer Eckhart Tolle vergleichet den “Emotionalkörper” mit einem “Keller”. Tolle spricht konkret von einem “Schmerzkörper”. In diesem hat sich das gesamte Reservoir von Gefühlen angesammelt, die wir in der Vergangenheit NICHT ausgedrückt haben.
NICHT fühlend erlebt und somit gelöst haben.
Diese Emotionen liegen in unserem Körper, prägen diesen in der Form, gären vor sich hin und warten auf eine Gelegenheit, aus dem “Keller” zu springen um gesehen, erfahren, gefühlt und erlöst zu werden. Meist mit einem Krach.
Emotionen sind nicht gefühlte Gefühle.
Eingebunkert in einen starren Beton aus Denken.
Ich zitiere aus unserem Projekt “Wolle, was komme” zum Thema Emotionen.
Emotionen erkennt man:
- Plötzlich ist eine Art Mauer zwischen dir und anderen. Eine greifbare Fremdheit.
Du ziehst dich zurück.
- Der Augenkontakt wird (sehr) schwierig. Ihr könnt einander kaum anschauen.
- Der andere hat Schuld!
Überhaupt keine Frage! Er/Sie… hat das Schlamassel ausgelöst.
- Du wirst selbstgerecht nach dem Motto: Ich habe Recht.
(Daher weigere ich mich so lange, einzulenken, bis du zugibst, dass ich Recht habe. Und deshalb
streite, schmolle, kämpfe ich … um mein Recht.)
- Doch im Grunde fühlst du dich hoffnungslos und deprimiert. Versagensgedanken umkreisen dich.
- Wenn dich Emotionen überwältigen, verlierst du Vernunft und Empfindsamkeit.
Auch für das rechte Maß.
- Du verlierst dich in Gedanken-Schleifen!
Führst innere Monologe und meinst zu fühlen…
Doch du fühlst nicht. Du denkst!
- Der emotionale Zustand kann Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre … bestehen bleiben.
Ja, und dieser Zustand hat dich im Griff. (Was eine solche Person selbstredend leugnet.)
Spiegelneuronen
machen den inneren Raum anderer Menschen für uns spontan verständlich.
Wo jedoch hohe Emotionalität herrscht, nimmt diese Fähigkeit unseres Gehirns rapide ab. Das ist der Hauptgrund, weshalb wir in emotional geladenen Situationen so irrational (unvernünftig) und unbewusst handeln. Wir verstehen uns selbst kaum. Wir scheinen abgeschnitten zu sein von unseren Fähigkeiten.
Sind wir emotional – sind wir auch überaus leicht manipulierbar.
Nur – wir merken es nicht. (!) (Und leugnen es daher.)
Sage bitte nie zu einer emotionalen Person: “Du bist emotional.”
Denn das bringt in der Regel das Fass zum Überlaufen.
Eine Emotion zu fühlen löst die innere Verkrustung auf.
Versöhnung geschieht – in dir.
Versöhnung ist die ultimative Befreiung aus Emotionalität.
Fazit:
Das fühlende Erleben der emotionalen Situation ist befreiend. Ist die Lösung.
Du hast kein Interesse daran, die alten Geschichten wieder erzählend aufzuwärmen.
Was vorbei ist – ist vorbei.
Freude.




