Die Karawande der Freude :: Karl Gamper

Archiv: Dezember 2010

Die Rauhnächte …

… sind eine sehr besondere Zeit. Um den 4. Dezember ziehen sich die Kräfte der Erde in das Innere zurück – um erfrischt am 24. Dezember neu geboren zu werden. Im Magazin Visionen schrieb ich mehr darüber. Danach kommen die 12 Rauhnächte. Eine Zeit, in der der Schleier zur AndersWelt besonders dünn ist. Eine ebenso inspirierende wie prägende Zeit.

Denn die Alten wussten: Jede der 12 Rauhnächte entspricht einem Monat im Neuen Jahr.
Der 24. Dezember somit dem Januar;
der 25. dem Februar;
der 26. Dezember dem Monat März und so weiter.

Jwala und ich nehmen diese Zeit sehr bewusst wahr – und stimmen uns in jeder Rauhnacht auf den entsprechenden Montat im Jahr 2011 ein. Wir nehmen uns Zeit, um Altes loszulassen; Zyklen zu schließen; unseren Gefährten und Freunden zu danken und um die Zukunft aufzuladen. Aufzuladen mit was?
Mit Attraktoren. Mit Absichten. Mit Projekten, die wir umsetzen möchten. Es ist ein offenes, spielerisches, vergnügtes Planen – das wir in unserem TimeSystem verankern.

Die Rauhnächte.
Wir alle stehen auf den Schultern unserer Ahnen. Wie gut es tut, das zu würdigen; gleichzeitig die Ressourcen der Gegenwart zu sehen und von dort aus in die Zukunft zu blicken. Warum? Um den Alltag von der Zukunft her einzufärben.
Ich lebe seit vielen Jahren in diesem Sinne “rückwärts” in der Zeit. Denn es ist die Idealität der Zukunft, die mein Handeln der Gegenwart prägt. Es ist die Idealität des Unbestimmten, das so in die Realität meines Lebens bricht und mich staunen lässt. Die Dynamik dieses offenen Werdens ist in der Zeit der Rauhnächte viel leichter zu orchestrieren. Vor allem deshalb, weil viele von uns zwischen den Jahren deutlich weniger Termine haben wie sonst.
Wichtig ist dabei die Schriftlichkeit. Schriftlichkeit ist der Unterschied, der einen Unterschied macht. Und schick “Ernst” auf Urlaub. Ziel ist eine spielerische Grobskizze für 2011.

Create your year.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Denn diese Tage jetzt bis zum 5. Januar 2011 sind in gewissem Sinne übrig. Wie das? Nun – würden wir uns in unserer Zeitrechnung eher am Mond und seinen Zyklen orientieren, so hätten die Tage nicht 24 Stunden, sondern ein paar Minuten – genau vier – weniger. 
Daraus ergibt sich zum Ende des Jahres hin eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten. Eben den Rauhnächten.

Im Sinne einer evolutionären Weltsicht verstehen wir, dass Realität gestaltbar ist. Steuerbar. Allerdings co-kreativ. Co-kreativ mit dem Leben, das wir gestalten, in dem wir mitfließen. In diesem Sinne ist es gut, “Klar Schiff” zu machen und jene Zukunft einzuladen, die wir haben.
Apropos “Klar Schiff” - stahldust bietet dazu einen Aktionstag. Ich schreibe darüber in den nächsten Tagen mehr auf diesem Blog.

In den Rauhnächten fällt es leicht, uns zu erinnern an unser kosmisches Sein. Uns zu verbinden mit unseren Brüdern, den Sternen.
Vincent van Gogh wusste das. Hier sein Geschenk an uns:

Segen zur Weihnacht 2010

Der Prophet, der aus der Wüste kam, sprach:
Und ein Bote von Alaha kam und sprach:
“Friede sei mit dir – der Friede neuer Anfänge, 
  die Fülle der Kraft vor der Schöpfung.
  Zu dir – die du bereit bist, diesem heiligsten Lied bis zur letzten Note zu folgen.
   Hier ist die Kraft heiliger Einheit!”

“Das Eine, das strahlt und den Kosmos erhellt,
  ist bereits mit und in dir.”

Worte von Jesus, übersetzt aus dem Aramäischen von Neil Douglas-Klotz.

Jwala und ich wünschen euch allen den Jubel des Moments und die Freude aus
einem gut gelebten Miteinander.
Danke euch allen.
Karl

Der 24. Dez. ist die erste von 12 Rauhnächten.
Die nächsten sind der 25. und 26. Dezember 2010.

Vom Sein zum Werden …

… ist aus meiner Sicht die Bewegung der Evolution.
Anders gesagt: Unser Verständnis von Evolution wird ozeanisch. Dehnt sich aus. Wir alle sind Agenten der Evolution; Tropfen im Ozean, der sich durch uns seiner Selbst und damit seines permanenten WERDENS bewusst wird.
Seiner allumfassenden Evolution.

“Es gibt kein IST” – sagt Hans-Peter Dürr. Und wer sich jemals fallen ließ in den Wirbel des Lebens, kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Alles ist ein Werden. Leben ist ein dialektischer Prozess der Gleichzeitigkeit.
Die Spannung aus Gegensätzen trifft permanent aufeinander und erhöht sich selbst zu ständig neuen Formen. Das ist Emergenz. Also die spontane Herausbildung von neuen Möglichkeiten.

Wir alle sind Agenten der Evolution und geben unseren Beitrag, damit das Leben auf die nächst höhere Stufe der Komplexität springt. Weil wir wissen: Evoltion geschieht in Sprüngen. Deshalb arbeiten wir an der Erweiterung unseres Bewusstseins.

Was wollen wir denn auf einer höheren Ebene finden?
Es kann nichts anderes sein als mehr Leben. Höhere Freiheitsgrade. Und wie zeigen sich diese in einer evolutionären Weltsicht? Bestimmt doch darin, dass wir das, was uns bewusst wurde – anwenden. In unserem Alltag. Wie sagte der Meister vor 2.000 Jahren?
“An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.”

2010 wurde alt und 2011 winkt. Steht schon an der Tür. Und es ruft uns im Sinne einer evolutionären Weltsicht zu: Wendet an, was in eurem Bewusstsein lebendig wurde. Vernetzt euch mit Gleichgesinnten. Zieht miteinander in der Karawane der Freude. Schafft für euch einen Marktplatz der Möglichkeiten, der höchste Individualität würdigt und gleichzeitig Geborgenheit in der Gemeinschaft bietet. Es lebe die Versöhnung des Paradoxen. *lacht*

Nach den Feiertagen beginne ich, die Karawane der Freude zu schreiben. Und ich werde meinen eigenen Prozess hier mit euch menschlich-nah teilen. Freude.

Hinweis:
Oben rechts steht “ABONNIEREN”. Wer dort seine eMail-Adresse einträgt, wird automtisch verständigt. Wie kann es leichter sein?

Frühstück mit Hans-Peter Dürr

Bisher habe ich es vermieden, zu persönlich auf meinem Blog zu schreiben. Der Grund ist eine gewisse Scheu und auch die Frage, ob das die LeserInnen meines Blogs wirklich interessiert? Diese Frage kann ich mental nicht vorwegnehmen. Ich werde es an der Reaktion von euch bemerken.

Mein Beruf als Autor bringt es mit sich, dass ich wundervolle Menschen kenne. Praktisch alle haben ein gutes Standing in ihrem Beruf und viele sind auch in der Öffentlichkeit stabil verankert.
Wie beispielsweise Hans-Peter Dürr.
Professor, weltbekannter Quantenphysiker, legendärer Leiter des Werner Heisenberg Institutes in München. Wir verabredeten uns zum Frühstück an den Gestaden des Zürcher Sees – und zwar um die vitale Zeit 8:00 h morgens im Romantik-Hotel Sonne. Um 11:00 h schloss offiziell das Frühstücks-Restaurant. Um 12:30 h wurden unsere Schweizer Gastgeber vornehm ungeduldig
mit uns …

Hans-Peter Dürr ist 81 Jahre jung. Das Gespräch mit ihm war eher ein Monolog; was ich auch beabsichtigte. Er sprach – nur sehr spärlich durch Fragen von mir auf die Ausformung bestimmter Details gelenkt.

Es war zauberisch.
So muss eine Zeitreise sein! Urplötzlich und menschlich-lebendig nahmen die Großen der Quantenphysik an unserem Tisch Platz. Niels Bohr. Wolfgang Pauli. Oppenheimer. Max Planck. Wernher von Braun. Vor allem sein Doktor-Vater Edward Teller und natürlich Albert Einstein, der Zeit seines Lebens der Quantenphysik höchst skeptisch begegnete. Und natürlich der große Werner Heisenberg, mehr Philosoph als Physiker.

Ich wollte vor allem seine Sicht zum Thema “Wirklichkeit” ausloten.
HPD: “Wirklichkeit ist etwas, was wir nicht wirklich greifen können, wie schon Meister Eckhart sagte. Wirklichkeit ist das, was wirkt. Wirklichkeit ist Potenzialität.
Es ist unendlich viel an Wahrscheinlichkeit.”

“Zunächst gibt es nur Beziehung – und ein IST gibt es nicht. Es gibt nur Wirks, Passierchen. Es gibt nur das, was wird. Die Welt besteht aus Software, nicht aus Hardware. Und vor allem gibt es nichts, was nur lokal wäre.”

“Wer lebendig sein will, muss Unsicherheit lieben. Das Paradigma des Lebendigen besteht aus Differenzierung und Kooperation. Das Differenzierte kooperiert + es entsteht ein neues Holon. So bilden Differenzierung und Kooperation eine Symbiose auf höherer Ebene.”

Es war ein Gespräch mit einem Weltbürger, der aktuell einen Lehrstul in Japan hat und 2011 einen in China anzunehmen bereit ist. Und der ein Meister der Erzählkunst ist. Charmant. Eloquent. Mit kosmischer Perspektive und einem guten Schuss Selbstironie.

In diesem Geist zum Abschluss ein Zitat von Marces Proust: >The real act of discovery consists not in finding new lands but in seeing with new eyes.<

NEW EYES werden in meinem Verständnis unsere aktuelle postmoderne Brille mit Abstand betrachten. Losgelöst. Als Zeuge. Was finden wir dann? Eine transpersonale Schau, die im Leben selbst Bewusstsein erkennt, das sich evolutionär entfaltet. Dieser gesamte Prozess wird sich durch uns Menschen seiner selbst bewusst. So entsteht aktuell ein bewusstes WIR, das co-kreativ mit der Natur als WIR wirkt.
Der Ozean ergießt sich in den Tropfen, der mit dem Gesamten wellt.

Zum Schluss haben wir einander in guter Männerart von Herzen umarmt.
Vielen Dank – Hans-Peter Dürr.

Der Ozean im Tropfen

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